Restorative Justice

04. November 2011 (Tatausgleich und Konsens e.V.)

Opferrechte und Restorative Justice - Expertengespräch in Belgien

Einen herben Rückschlag musste das European Forum for Restorative Justice hinnehmen. Der aktuelle Vorschlag der Europäischen Kommission für eine Richtlinie des Europäischen Rates über Mindeststandards für die Rechte und den Schutz von Opfern von Straftaten sowie für die Opferhilfe, die für die Mitgliedsstaaten nicht ohne Bedeutung sind, haben sich für den Bereich von Restorative Justice erheblich verändert bzw. verschlechtert.

Aus diesem Grund hatte der Vorsitzende Niall Kearney nach Leuven/Belgien eingeladen, um mit Experten aus verschiedenen europäische Ländern die Lage zu besprechen.

In der aktuellen Fassung wird in den Artikeln 11 und 24 der Täter-Opfer-Ausgleich - wenn auch als oberflächliche Übersetzung von Restorative Justice - explizit genannt.

Einhellig war man der Meinung, dass die dort aufgestellten Forderungen nach Qualität und Ausbildung auf europäischer Ebene erfüllt werden. Bedauert wurde, dass Restorative Justice, in der ursprünglichen Fassung als integrierter Bestandteil der Opferhilfe beschrieben, in der jetzigen Fassung auf Maßnahmen, die der genauen und vor allem kritischen Hinterfragung bedürfen, reduziert wird.

Das Forum will seinen Einfluss noch einmal geltend machen und auf die Aufnahme seines Alternativvorschlags (siehe Anhang) pochen. Langfristig sollen aber auf europäischer Ebene spezielle Richtlinien für Restorative Justice entstehen.

06. Dezember 2010 (Tatausgleich und Konsens e.V.)

Tatausgleich und Konsens verstärkt internationale Kontakte

Das European Forum for Restorative Justice hat eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, die untersuchen soll, welche Möglichkeiten es für das Forum gibt, RJ in der Gesellschaft zu fördern und Kooperationen mit verwandten Bereichen zu entwickeln. Das betrifft den großen Bereich der Öffentlichkeitsarbeit, den Umgang mit den Medien und den Versuch, die Idee und die Philosophie von RJ in der Allgemeinheit bekanntzumachen. Zur Mitarbeit in dieser Arbeitsgruppe wurde bei Tatausgleich und Konsens angefragt. Regina Delattre, die seit September 2010 für den Verein tätig ist, wird in dieser Gruppe mitarbeiten und über den Verlauf und die Ergebnisse auf diesem Blog berichten.

29. November 2010 (Tatausgleich und Konsens e.V.)

Perspektives on Restorative Justice - Prof. Howard Zehr in der Waage Hannover

Howard Zehr (*1944) ist Professor für Soziologie und Restorative Justice an der Eastern Mennonite University in Harrisonburg (Virginia, USA), der Begründer der Restorative Justice Bewegung und einer der Väter der Victim-Offender- Mediation/Reconcilion (Täter-Opfer-Ausgleich) Programme in den USA (z.B. Mediating the Victim-Offender Conflict 1980; Retributive Justice, Restorative Justice, 1985; Changing Lenses: A New Focus for Crime and Justice, 1990, The little book of restorative Justice 2002, auf deutsch gerade neu herausgegeben Fairsöhnt - Restaurative Gerechtigkeit 2010; Howard hat am Wochenende Hannover besucht, um einige gemeinsame Themen und Projekte zu besprechen. Am Montag Nachmittag, 22.11. lud die Waage besuche zu einem informellen Symposion über "Perspectives on Restorative Justice" ein. Für die Waage Hannover ist der Besuch von Howard Zehr eine große Ehre, für die Anwesenden war es eine einmalige Gelegenheit, ein Urgestein und nachhaltigen Motor der Restorative Justice Bewegung kennen zu lernen.

10. November 2010 (Tatausgleich und Konsens e.V.)

Petition zur Stärkung von Restorative Justice überreicht

Auf Initiative des European Forum for Restorative Justice war im Sommer eine Unterschriftensammlung für eine Petition an die Europäische Kommission und das Europäische Parlament gestartet worden. Am 3. November 2010 hat sie nun der Vorsitzende Niall Kearney an Telmo Balthazar, dem Kabinettleiter der Kommissarin für Justiz, Grundrechte und Bürgerschaft mit 2081 Unterschriften überreicht.
Ziel dieser Petition ist es, die weitere Verbreitung von Restorative Justice in Europa zu fördern. Die Kommission und das Parlament werden aufgefordert, mithilfe von gesetzgeberischen und anderen Initiativen die europäischen Länder zu einer weiteren Förderung von RJ zu bewegen und das European Forum mit Mitteln auszustatten, um an dieser weiteren Förderung europaweit aktiv mitarbeiten zu können.

17. Mai 2010 (Tatausgleich und Konsens e.V.)

Gefängnisseelsorger für Täter-Opfer-Ausgleich und Restorative Justice

Vom 26.-30.04.2010 hat die Bundeskonferenz der evangelischen Gefängnisseelsorger stattgefunden.

Zu den künftigen Schwerpunkten gehöre die Entwicklung von Alternativen zum Strafvollzug, beispielsweise ein Täter-Opfer-Ausgleich.

hieß es in einer Erklärung des evangelischen Pressedienstes.

In den Leitlinien für die Evangelische Gefängnisseelsorge in Deutschland wird auf Seite 30 der Täter-Opfer-Ausgleich explizit als Ziel formuliert. Im Kapitel 5 "Herausforderungen an die Praxis" wird die Sinnhaftigkeit von Mediation und Restorative Justice hervorgehoben.