Standards
Breites Bündnis für neue TOA-Standards
Der Verein Tatausgleich und Konsens unterstützt und begrüßt die Verbreitung der nunmehr vorliegenden sechsten Auflage der Standards für Täter-Opfer-Ausgleich Dieses leicht verständliche und auch dem Laien zugängliche Papier, welches von erfahrenen Praktikern aus unterschiedlichen Trägerstrukturen in einem einjährigen Diskussionsprozess erstellt wurde, trägt vor allem einer sich verändernden und zunehmend professionellen Praxis Rechnung und integriert auf aktuellem Stand die Aspekte des Opferschutzes.
Neben der Bundesarbeitsgemeinschaft TOA und dem TOA-Servicebüro, die als Herausgeber agieren, gibt es weitere Organisationen, die diese Vorgaben für die qualifizierte Durchführung des Täter-Opfer-Ausgleichs mittragen:
Arbeitskreis der Opferhilfen
Deutsche Vereinigung für Jugendgerichte und Jugendgerichtshilfen
DBH-Fachverband für Soziale Arbeit, Strafrecht und Kriminalpolitik
Bund Deutscher Schiedsmänner und Schiedsfrauen
Qualitätsstandards für fachgerechten Täter-Opfer-Ausgleich in der 6. Auflage
Am 2. Oktober 2009, auf dem Fachtag Täter-Opfer-Ausgleich, veranstaltet von Tatausgleich und Konsens e.V., der Landesarbeitsgemeinschaft TOA des Landes Rheinland-Pfalz und der Bundesarbeitsgemeinschaft Täter-Opfer-Ausgleich e.V. wurde die 6. überarbeitete Auflage der TOA-Standards vorgestellt.
Täter-Opfer-Ausgleich
Gegenüber dem traditionellen Ansatz, in der Reaktion auf Straftaten, den Täter, gemäß seiner Schuld, durch ein Gericht zu bestrafen, will der Täter-Opfer-Ausgleich Geschädigte und Täter, aktiv in den Prozess der Wiederherstellung des sozialen Friedens einbeziehen.
Oberste Priorität hat dabei die Freiwilligkeit der Teilnahme für die Geschädigten und Täter. Täter-Opfer-Ausgleich ist ein Angebot an Geschädigte und Beschuldigte, die Straftat und ihre Folgen mit Hilfe eines allparteilichen Vermittlers zu bearbeiten und die Folgen der Tat auszugleichen und Schaden wieder gutzumachen.
Um diese Arbeit im Spannungsfeld zwischen Verursachern von Straftaten und Geschädigten zu leisten sind bestimmte Parameter in den Bereichen Konzeption, Organisation und praktischer Arbeit von den Einrichtungen vorzuhalten.
Standards
Diese Standards für die TOA-Einrichtungen sind 1994 von Praktikerinnen und Praktikern für die Praxis entwickelt worden. Die Redaktionsgruppe ist seinerzeit von den Mitgliedern der „Herbsteiner Konferenz“, einer freien Vereinigung von Mediatoren im Strafrecht, beauftragt worden. Zwischenzeitlich hat die Nachfolgeorganisation, die Bundesarbeitsgemeinschaft Täter-Opfer-Ausgleich e.V., gemeinsam mit dem Servicebüro für Täter-Opfer-Ausgleich der DBH, die Betreuung der TOA-Standards übernommen. Eine unabhängige Redaktionsgruppe hat in den letzten 12 Monaten die 5. Auflage der TOA-Standards überarbeitet.
Diese nunmehr 6. überarbeitete Auflage zeichnet sich durch Straffung und Fokussierung der Inhalte auf den aktuellen Stand einer sachgerechten und reflektierten TOA-Praxis aus. Besonders im Bereich der Opferinteressen wird die Freiwilligkeit der Teilnahme von Geschädigten klarer formuliert und es wird klargestellt, dass eine Traumatisierung der Geschädigten, eine Teilnahme am TOA ausschließt.
Freiwilligkeit der Teilnahme bedeutet auch, dass Geschädigte sich nicht unter Zeitdruck, z.B. im Gerichtssaal, für einen TOA entscheiden müssen. Die TOA-Standards definieren eine angemessene Frist und die Information und Beratung durch unparteiische Dritte als Standard für Täter-Opfer-Ausgleich.
Orientiert an den Grundprinzipien der Mediation ist die 6. Auflage der TOA-Standards der 1. Auflage treugeblieben. Aber die Straffung und Konzentration auf das Wesentliche stärken die Standards als Instrument der Qualitätssicherung.
Fachtag zum TOA am 2. Oktober 2009 mit spannenden Inhalten
Anlässlich ihrer Jahreshauptversammlungen laden die Bundesarbeitsgemeinschaft Täter-Opfer-Ausgleich e.V., der Verein Tatausgleich und Konsens e.V. und die Landesarbeitsgemeinschaft Täter-Opfer-Ausgleich zu einem gemeinsamen Fachtag 'Täter-Oper-Ausgleich' nach Mainz in das Haus des Jugendrechts ein. Der Justizminister des Landes Rheinland-Pfalz - Heinz Georg Bamberger - hat sein Kommen bereits zugesagt. Was dürfen die Teilnehmer und Teilnehmerinnen noch von diesem Tag erwarten?
Einen überaus interessanten Mann, der den Weg aus der Gewalt bewusst gewählt und gefunden hat.
Eine Podiumsdiskussion, die nicht die übliche Lobhudelei, sondern wirklich Kontroverses zu Tage fördern wird.
Ein Highlight kabarettistischer Kleinkunst im 'Mainzer Unterhaus'.
Eine interessante Ausstellung, zu der renommierte Journalisten von AJA (Advanced Journalism Academie – Wir lehren und betreiben konstruktiven Journalismus) zahlreiche Beiträge zusammengestellt haben.
Die Veranstalter würden sich freuen, Sie zu diesem Fachtag begrüßen zu dürfen. Das ausführliche Programm und das Anmeldeformular finden Sie im Anhang.
Von der Praxis für die Praxis - TOA-Standards werden gründlich überarbeitet
In einem waren sich die 14 Teilnehmer des vom TOA-Servicebüro organisierten Treffens in Frankfurt/Main einig. Die vorhandenen 5. Auflage TOA-Standards erfüllt ihren Zweck in vollem Umfang. Sie stellt eine hilfreiche Orientierung für die Praxis dar. Auch für die Darstellung des Arbeitsfeldes gegenüber Geldgebern, Kooperationspartnern und Entscheidungsträgern ist sie eine unentbehrliche Stütze. Wenn man bedenkt, dass seit 1994 immer wieder Kolleginnen und Kollegen sich die Mühe gemacht haben, von der Praxis für die Praxis zu arbeiten und sieht, wie die Ergebnisse ausgefallen sind kann man optimistisch in die Zukunft blicken.
Standards im Bereich häuslicher Gewalt
Gestern trafen sich auf Einladung der Bundesarbeitsgemeinschaft "Täter-Opfer-Ausgleich" (BAG-TOA) 15 Leute in der Waage Hannover zur Weiterentwicklung der TOA-Standards im häuslichen Bereich und haben die Version 2004 überarbeitet. Ein erneutes Treffen ist für den 19.01.09 geplant, an dem die Standards mit neuen Punkten ergänzt werden sollen. Es soll speziell auf die Problematik von Stalking, Eltern/Kind-Konflikte u.a. eingegangen werden.

