Wiedergutmachung im Gericht - Kein Täter-Opfer-Ausgleich nach Bundesweiten Standards
Die Mitteldeutsche Zeitung vom 28.08.2008 berichtet in dem Artikel Nach dubiosem Auto-Deal zur Kasse gebeten:
Mit einer Art Täter-Opfer-Ausgleich ist am Donnerstag im Sangerhäuser Amtsgericht ein Betrugsprozess um einen Autokauf zu Ende gegangen. Bezahlt der 25-jährige Angeklagte einen Teil des Schadens sowie 300 Euro an den Kinderschutzbund, werden die Akten in einem halben Jahr endgültig geschlossen...
Es ist nichts dagegen einzuwenden, wenn Gerichte sich zunehmend auch für eine Wiedergutmachung gegenüber den Geschädigten durchringen können. Mit einem Täter-Opfer-Ausgleich, der den Standards seriöser Vermittlung entspricht, hat das nichts zu tun.
Täter-Opfer-Ausgleich verspricht größten Erfolg
Forscher der Universitäten Münster und Bielefeld haben eine bislang in Deutschland einmalige "Verlaufsuntersuchung" zur Jugendkriminalität erstellt. Wie die in Essen erscheinende Westdeutsche Allgemeine Zeitung berichtet, wurden 3400 Jugendlichen aus Duisburg sechs Jahre lang zur Entstehung und zum Verlauf von Jugendkriminalität befragt.
Video: Täter-Opfer-Ausgleich und Mediation - Fragen aus der Opferhilfe
Ein Vortrag von Prof. Dr. Reinhard Böttcher (Bundesvorsitzender des Weißen Rings)
Sind Gustavs Radbruchs Ideen zeitgemäß?
Radbruch wollte die Vergeltungsstrafe abschaffen und durch eine Besserungsstrafe ersetzen. Er war deshalb gegen die Todesstrafe und das Zuchthaus. Die Resozialisierung wurde neben der Sicherung zum Hauptziel der Strafe erklärt. In der Weimarer Republik wurde der Entwurf nur eingeschränkt umgesetzt, er gewann dann aber für die Strafrechtsentwicklung der jungen Bundesrepublik an Bedeutung.Eine dritte Minister-Berufung lehnte Radbruch ab.
So ein Auszug aus Krimpedia.
Cornelia-Anita Jung - Der Täter-Opfer-Ausgleich als Weisung
Buchtipp:
Mit dem Ziel, dem Täter-Opfer-Ausgleich einen breiteren Anwendungsbereich zu verschaffen, wurde das Gesetz zur strafverfahrensrechtlichen Verankerung des Täter-Opfer-Ausgleichs vom 20.12.1999 erlassen. Dabei wurde das ernsthafte Bemühen des Beschuldigten, einen Ausgleich mit dem Verletzten zu erreichen, in den Katalog der Auflagen und Weisungen des § 153a Abs. 1 S. 2 StPO aufgenommen.
Neuer TOA-Flyer in Sachsen-Anhalt
Das Landesjustizministerium von Sachsen-Anhalt hat seinen Flyer zum Täter-Opfer-Ausgleich überarbeitet und der Öffentlichkeit vorgestellt.
Erfreulich: Auch die Möglichkeit der Betroffenen Opfer und Täter einen Ausgleich einzuleiten, wird ausdrücklich erwähnt.
Schade: Die unterschiedliche Schreibweise "Täter-Opfer-Ausgleich" und "Täter-Opferausgleich" in ein und demselben Flyer trägt nicht zur Klarheit bei.
Füllen Sie Ihre Tage mit Leben und nicht Ihr Leben mit Tagen.
Fragen zu stellen ist eine Fähigkeit, die man nie verlernen sollte.
Ein sehr lesenswertes Buch: Richard David Precht: Wer bin ich und wenn ja, wie viele? - Eine philosophische Reise
Video: Vom Guten des Bösen in der Moderation chronischer Konflikte
Video eines Fachvortrags, den Christian Prior beim 12.TOA-Forum in Oldenburg gehalten hat.
Christian Hilgartner - Chancen und Risiken strafrechtlicher Wiedergutmachung für die Verteidigung
Die Abhandlung widmet sich einem gleichermaßen grundsätzliches wie aktuellen Thema. Das Strafrecht ändert sich: Wiedergutmachung und Täter-Opfer-Ausgleich haben seit etwa Mitte der 1980er Jahre, zunächst im Jugendstrafrecht – erprobt durch Modellprojekte – und später auch Eingang in die Rechtspraxis des Erwachsenenstrafrecht gefunden. Im Kontext des Verbrechensbekämpfungsgesetzes hat die Idee konstruktiver Tatverarbeitung 1994 durch Einfügung des § 46a StGB als materielle Kernnorm strafrechtlicher Wiedergutmachung normative Umsetzung erfahren. Die Rechtsinstitute Täter-Opfer-Ausgleich und Schadenswiedergutmachung gewinnen seitdem an Bedeutung.
Grüne fordern Ausbau des Täter-Opfer-Ausgleichs in Niedersachsen
Die Landtagsgrünen haben gefordert, den Täter-Opfer-Ausgleich in Niedersachsen stärker zu fördern und auszubauen. Dies müsse bei den anstehenden Haushaltsberatungen berücksichtigt werden. "Der Täter muss sich mit seiner Straftat auseinandersetzen und Empathie für das Opfer aufbringen. Das wird durch dieses Verfahren gefördert und verschafft dem Opfer in der Regel eine höhere Genugtuung als ein Strafprozess", sagte der rechtspolitische Sprecher Helge Limburg am Freitag in Hannover. Auch der Rechtsfriede könne damit dauerhaft hergestellt werden.
http://www.fraktion.gruene-niedersachsen.de/cms/presse/dok/245/245048.html
