22. Dezember 2008 (Tatausgleich und Konsens e.V.)

Von der Praxis für die Praxis - TOA-Standards werden gründlich überarbeitet

In einem waren sich die 14 Teilnehmer des vom TOA-Servicebüro organisierten Treffens in Frankfurt/Main einig. Die vorhandenen 5. Auflage TOA-Standards erfüllt ihren Zweck in vollem Umfang. Sie stellt eine hilfreiche Orientierung für die Praxis dar. Auch für die Darstellung des Arbeitsfeldes gegenüber Geldgebern, Kooperationspartnern und Entscheidungsträgern ist sie eine unentbehrliche Stütze. Wenn man bedenkt, dass seit 1994 immer wieder Kolleginnen und Kollegen sich die Mühe gemacht haben, von der Praxis für die Praxis zu arbeiten und sieht, wie die Ergebnisse ausgefallen sind kann man optimistisch in die Zukunft blicken.

25. November 2008 (Tatausgleich und Konsens e.V.)

Fachtagung: Sozialer Frieden durch außergerichtliche Konfliktschlichtung

Am 30. und 31. Januar 2009 findet in Berlin in den Räumen der Friedrich-Ebert-Stiftung Hiroshimastr. 17 eine Fachtagung unter dem Titel

Sozialer Frieden durch außergerichtliche Konfliktschlichtung
Mit dem Täter-Opfer-Ausgleich auf dem Weg zu einer humaneren Strafrechtspflege

statt.

Die Eröffnung um 14:00 Uhr wird die Bundesministerin der Justiz, Brigitte Zypries vornehmen.

Den Eröffnungsvortrag wird Prof. Dr. Horst-Eberhard Richter unter dem Titel „Täter –Opfer–Versöhnung“ halten.

Viele Foren und Vorträge u.a. mit Dr. Christa Pelikan, Prof. Christian Pfeiffer, Prof. Horst Viehmann, Prof. Dr. Dieter Rössner, Prof. Dr. Bernd-Dieter Meyer, Prof. Dr. Trenzcek, Gerd Delattre.

Die Veranstaltung, welche die Friedrich-Ebert-Stiftung in Zusammenarbeit mit der Bundesarbeitsgemeinschaft Täter-Opfer-Ausgleich durchführt, wird am Samstag um 13:00 Uhr mit einem Mittagsimbiss zu Ende gehen.

Die Tagungsgebühr beträgt 25,00 € incl. Abendessen, Mittagsimbiss und Kulturprogramm. Ermäßigte Tagungsgebühr für Studenten 10,00 € (Für BAG-TOA Mitglieder frei!).

Das Programm mit einem Anmeldeformular befindet sich im Anhang.

21. November 2008 (Tatausgleich und Konsens e.V.)

www.Polizeiberatung.de - keine Verlinkung zum Täter-Opfer-Ausgleich

Es ist schon mühsam, bis man von der Startseite der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes über "Rat und Hilfe", "Opferinfo" schließlich zur "Opferhilfe" kommt. Dort ist neben zwei Verlinkungen zum Weißen Ring und zur Zeugenbetreuung noch die Nummer der Telefonseelsorge genannt. Was fehlt, ist eine zentrale Nummer oder Website, die den Betroffenen den Zugang zu qualifizierten Informationen über den Täter-Opfer-Ausgleich ermöglicht.

Immerhin: Nach Eingabe des Stichworts "Täter-Opfer-Ausgleich" wird an 22 Stellen der TOA wie folgt durchaus zutreffend beschrieben:

Im "Täter-Opfer-Ausgleich", der nur mit dem Einverständnis des Opfers durchzuführen ist, vereinbaren Sie mit dem Täter Wiedergutmachung. Der Ausgleich kann Ihnen als Opfer helfen, mit materiellen und seelischen Folgen der Tat besser fertig zu werden; dem Täter wird dabei Strafmilderung oder Absehen von Strafe in Aussicht gestellt.

Ihnen als Opfer steht beim "Täter-Opfer-Ausgleich" stets ein erfahrener neutraler Vermittler zur Seite, der zunächst regelmäßig mit Ihnen und mit dem Täter getrennte Gespräche führt, um die jeweiligen Erwartungen und Ziele zu klären und damit das Ausgleichsgespräch vorzubereiten. Eine Konfrontation mit dem Täter ohne Begleitung und Unterstützung brauchen Sie dabei nicht zu befürchten.

Viele Opfer haben mit einem "Täter-Opfer-Ausgleich" gute Erfahrungen gemacht. Wenn Sie als Opfer daran interessiert sind, sollten Sie die Polizei oder die Staatsanwaltschaft darauf ansprechen.

10. November 2008 (Gerd Delattre)

Todesstrafe und Mediation – Streiflicht eines Kurzbesuches in Taiwan

Taipeh. Eine Stadt, in der auf manchen Qudratkilometern bis zu 30.000 Menschen wohnen. Vollzugsanstalten mit mehr als 5.000 Häftlingen.
Die Haftanstalten sind unvorstellbar sauber, der militärische Drill ist durchweg spürbar. Beim Rundgang mit dem Direktor schallt der Begrüßungsruf in jedem neuen Raum hundertfach eindringlich in den Ohren. Bedrückend der Aufenthalt in der Exekutionshalle. 31 Häftlinge sind landesweit zum Tode verurteilt und wissen nicht, ob und wann eine Vollstreckung erfolgt. Manche von ihnen wollen, dass vollstreckt wird.

Dann das zweitägige Seminar: Die junge freundliche Staatsanwältin, die in der Todesstrafe ein geeignetes Mittel zur Prävention sieht. Frau Chen, die Opferanwältin, die sich für die Todesstrafe ausspricht, weil dadurch erst Opfergerechtigkeit hergestellt werden könne. Über 90 Prozent der Bevölkerung befürworten nach Aussage des Staatssekretärs im Justizministerium die Todesstrafe.

Und die andere Seite: Der überaus freundliche Empfang des Tibet-Befreiungs-Aktivisten Tesering am Flughafen. Die vielen jungen Menschen auf dem Campus, die mit ihrer engagierten Geschäftsführerin Frau Lin von Alliance to End the Death Penalty (TAEDP) gegen die Todestrafe auftreten. Eine Justizministerin Wang, die, - gegen den Trend - beharrlich und diplomatisch an deren Abschaffung mitarbeitet. Die mutige Vertreterin des deutschen Instituts Birgitt Ory – eigentlich die Botschafterin, aber Deutschland unterhält keine diplomatischen Beziehungen – welche ein T-Shirt mit der Aufschrift 'Stop Death Penalty' trägt.

Und dann das unglaubliche Besipiel eines Brandstifters, durch dessen Tat 16 Menschen sterben mussten. Die Mutter eines Opfers versöhnte sich mit ihm und begleitete und betreute ihn dann bis zur Vollstreckung seines Todesurteils.

Mediation wird in diesem Kontext zum wichtigen Thema. Beide Seiten sehen in ihr eine Möglichkeit, mehr Opfergerechtigkeit zu erreichen und damit die verhärtete Situation zwischen den Fronten aufzuweichen.

03. November 2008 (Tatausgleich und Konsens e.V.)

Waage Hannover e.V. als anerkannte Gütestelle zugelassen

Vor einigen Tagen wurde die Waage Hannover e.V. vom Niedersächsischen Justizministerium als "anerkannte Gütestelle" zur außergerichtlichen Regelung zivilrechtlicher Streitigkeiten zugelassen. Damit können Beteiligte eines Streites ihre Konflikte nicht nur einvernehmlich und verbindlich im Rahmen einer Mediation regeln, sondern im Hinblick auf den Streitgegenstand u.a. auch einen Vollstreckungstitel ohne ein gerichtliches Streitverfahren erwerben.

Die Waage Hannover e.V. ist - abgesehen von den Schlichtungsstellen der berufsständischen Verbänden und Kammern, Verbraucherzentralen oder Rechtsanwälten/Anwaltsvereinen - bundesweit wohl die erste gemeinnützige Mediationsstelle, die als anerkannte Gütestelle zugelassen wurde.

28. Oktober 2008 (Tatausgleich und Konsens e.V.)

Täter-Opfer-Ausgleich im Kriminalfilm

In dem Fernsehfilm des ZDF Schlaflos aus der Serie "Der Kriminalist" wird der Täter-Opfer-Ausgleich geschildert und ist ein wesentlicher Bestandteil der Handlung. Auch wenn der Vermittler als einer der Hauptverdächtigen eine mehr als zwielichtige Rolle spielt und der Täter-Opfer-Ausgleich aus unerfindlichen Gründen gefilmt und den Polizisten zur Auswertung vorliegt, wird der TOA erstmalig im Rahmen eines Spielfilms einem breiten Publikum zugänglich gemacht.

Aus dem Inhalt:

Leonie Bergan war Opfer eines Verkehrsunfalls, den Robert zu verantworten hatte. Im Täter-Opfer-Ausgleich ist sie dem verschlossenen, jungen Mann persönlich begegnet.

28. Oktober 2008 (Tatausgleich und Konsens e.V.)

Immere dasselbe - Presse zeichnet verzerrtes Bild der Kriminalität

Die Südwest-Presse titelt am 28.10.2008 "Mehr junge Gewalttäter" und schafft damit ein Bild, das Schlimmstes befürchten lässt und Ängste schürt. Erst wenn man den Artikel aufmerksam liest, wird diese reißerische These nicht nur relativiert, sondern selbst von Justizminister Goll in Frage gestellt. Er wird wie folgt zitiert:

27. Oktober 2008 (Tatausgleich und Konsens e.V.)

Bundesministerium der Justiz veröffentlicht TOA Statistik

Das Bundesjustizministerium hat am 22. Oktober 2008 die Auswertung der Bundesweiten TOA-Statistik bis zum Jahrgang 2005 vorgelegt:

Im untersuchten Zeitraum konnte in über 80% der Fälle, in denen es zu Ausgleichsbemühungen kam, eine einvernehmliche, abschließende Regelung getroffen werden. Zu ca. 90% wurden die vereinbarten Leistungen von dem Beschuldigten vollständig oder teilweise erfüllt. Ganz überwiegend wurden die Verfahren von der Staatsanwaltschaft eingestellt.

Die gesamte Bericht der TOA-Forschungsgruppe kann unter auf der Website des BMJ nachgelesen werden

23. Oktober 2008 (Tatausgleich und Konsens e.V.)

Was bringt die Mediation in Strafsachen - positive Forschungsbefunde

Dieser Vortrag von Dieter Rössner gibt einen umfassenden Überblick über die internationale und nationale Wirkungsforschung.

21. Oktober 2008 (Tatausgleich und Konsens e.V.)

Entsteht Einsicht im Täter-Opfer-Ausgleich?

In Ihrem Buch Einsicht in Gewalt ist die Psychologin Svenja Taubner am Beispiel adoleszenter Gewaltstraftäter der Frage nachgegangen, ob im Täter-Opfer-Ausgleich Einsicht entsteht.