06. Oktober 2009 (Tatausgleich und Konsens e.V.)

Fachtag spannt Bogen von der Friedensarbeit in Nordirland zum Täter-Opfer-Ausgleich

Joe Doherty (rechts im Bild zu sehen) ist eine authentische Persönlichkeit. Sein Vortrag über die Situation in Nordirland und der Bericht über seinen ganz persönlichen Weg vom IRA-Kämpfer, der 23 Jahre im Gefängnis saß, zum Friedensmacher und Jugendsozialarbeiter, ließ seine Zuhörerschaft beeindruckt zurück. Frieden sei selten der einfachere Weg, gleichwohl gibt es dazu keine Alternative, so das Credo des Mannes von der grünen Insel.

Als Männer der klaren Worte sind Bundesanwalt Dr. Wolfram Schädler (pro) und MdB Siegfried Kauder (kontra) im Programm des Fachtages zum Thema 'TOA bei schweren Straftaten' angekündigt worden. Da wurde nicht zu viel versprochen. Das Streitgespräch entpuppte sich als lebendige Diskussion auf hohem Niveau. Die unterschiedlichen Positionen wurden deutlich herausgearbeitet. Beide Seiten zeigten sich jedoch nach eigenen Angaben nicht "beratungsresistent". Man hat zur Fortsetzung des Dialogs ein ausführliches Gespräch vereinbart.

Für alle, die nicht dabei waren, besteht die berechtigte Hoffnung, die aufgezeichneten Vorträge und das Streitgespräch auf diesem Weblog demnächst anschauen zu können

Dank der Unterstützung durch die Sparkasse Mainz konnte in der Woche, in der die Veranstaltung stattfand, die Ausstellung Peace Counts gezeigt werden. Neben dem Engagement von Joe Doherty waren dort die Initiativen von weiteren 23 Friedensaktivisten auf der ganzen Welt zu sehen.

Pressestimmen:
Mainzer Allgemeine Zeitung
Ad Hoc News

24. September 2009 (Boris Jarosch)

Dialog Mainz sucht Verstärkung

Auf Grund kontinuierlich steigender Fallzahlen beabsichtigt die Mainzer Fachstelle für Mediation in Strafsachen "Dialog", sich bald personell zu verstärken.
Interessenten können sich an Herrn Pörsch, den Geschäftsführer der Opfer- und Täterhilfe Rheinhessen e.V., wenden.
Tel.: 06131/2877710
m.poersch@outh.de

29. Juli 2009 (Regina Delattre)

Fachtag zum TOA am 2. Oktober 2009 mit spannenden Inhalten

Anlässlich ihrer Jahreshauptversammlungen laden die Bundesarbeitsgemeinschaft Täter-Opfer-Ausgleich e.V., der Verein Tatausgleich und Konsens e.V. und die Landesarbeitsgemeinschaft Täter-Opfer-Ausgleich zu einem gemeinsamen Fachtag 'Täter-Oper-Ausgleich' nach Mainz in das Haus des Jugendrechts ein. Der Justizminister des Landes Rheinland-Pfalz - Heinz Georg Bamberger - hat sein Kommen bereits zugesagt. Was dürfen die Teilnehmer und Teilnehmerinnen noch von diesem Tag erwarten?

Einen überaus interessanten Mann, der den Weg aus der Gewalt bewusst gewählt und gefunden hat.
Eine Podiumsdiskussion, die nicht die übliche Lobhudelei, sondern wirklich Kontroverses zu Tage fördern wird.
Ein Highlight kabarettistischer Kleinkunst im 'Mainzer Unterhaus'.
Eine interessante Ausstellung, zu der renommierte Journalisten von AJA (Advanced Journalism Academie – Wir lehren und betreiben konstruktiven Journalismus) zahlreiche Beiträge zusammengestellt haben.

Die Veranstalter würden sich freuen, Sie zu diesem Fachtag begrüßen zu dürfen. Das ausführliche Programm und das Anmeldeformular finden Sie im Anhang.

23. Juli 2009 (Tatausgleich und Konsens e.V.)

Rechtsanwälte entdecken Täter-Opfer-Ausgleich

Man würde es unter der Rubrik nicht erwarten. Aber der Rechtstipp unter www.Anwalt.de empfiehlt den Täter-Opfer-Ausgleich als Strategie zur Vermeidung des Entzugs eines Jagdscheins nach einer Straftat.

Vor einer strafrechtlichen Verurteilung müssen deshalb geeignete Maßnahmen ergriffen werden, um eine Einstellung des Verfahrens zu erreichen oder eine Verurteilung zu weniger als 60 Tagessätzen. In Betracht kommt vor allem ein Verfahren zum Täter-Opfer-Ausgleich. Ein solches Verfahren wird mit Hilfe moderner Methoden der Konfliktlösung, wie der Mediation, durchgeführt. Das Strafverfahren selbst kann für die Dauer eines solchen Verfahrens ausgesetzt werden. Wenn ein Ausgleich zwischen Täter und Opfer erreicht wird, bleibt nur der Strafanspruch des Staates, um allgemein abzuschrecken vor der Begehung weiterer Straftaten

Es nicht zu kritisieren, wenn Anwälte den TOA zunehmend entdecken und ihn ihren Mandanten als eine Strategie zur Einstellung und Strafmilderung empfehlen. Man sollte da nicht zu moralisch herangehen und nicht überprüfbare Kriterien, wie Reue und dergleichen ins Feld führen. Es ist legitim, sich die besten Voraussetzungen für eine milde Verurteilung im Strafverfahren zu verschaffen. Diese Motivation schließt eine befriedigende Konfliktschlichtung und eine angemessene Wiedergutmachung ja nicht aus. Mehr denn je ist aber darauf zu achten, dass die Geschädigten in dieser Situation eine angemessene Frist zur Information und zur Entscheidung zugebilligt bekommen und eine neutrale Person den Täter-Opfer-Ausgleich durchführt.

08. Juni 2009 (Tatausgleich und Konsens e.V.)

Theaterstück zum Täter-Opfer-Ausgleich

Bei einem Wettbewerb des Landes Thüringen unter dem Titel "Alles was Recht ist..." ging der zweite Preis an die Klasse 10 I des Stadtrodaer Pestalozzi-Gymnasiums. Dieses mal sollten sich die Schüler mit der Thematik 'Wegsperren - ....oder - Jugendgewalt, wie reagieren?' auseinandersetzen.

Der Preis ging an die Klasse für ein Theaterstück mit dem Titel "Klara-Sophie Farenberg, oder die etwas andere Strafe". Anhand dieses Stücks wird ein Täter-Opfer-Ausgleich für Jugendliche vorgestellt.

Man kann nur hoffen, dass Justizministerin Marion Walsmann, welche die Ehrung vorgenommen hat, das Stück selbst gesehen und somit den Nutzen des TOA gegenüber herkömmlichen Sanktionen nachvollziehen konnte.

Eine gezielte Förderung des TOA wäre in Thüringen nämlich längst überfällig.

15. Mai 2009 (Tatausgleich und Konsens e.V.)

Reaktionen und Meinungen auf Bericht zum Täter-Opfer-Ausgleich

Der Bericht im WAZ-Medienportal liefert eine interessante Fallschilderung eines Täter-Opfer-Ausgleichs. Selten hat aber ein Artikel so viele Reaktionen ausgelöst. Die zahlreichen Kommentare reichen von

Das ist wieder so ein Psychologenquatsch, der über die Überflüssigkeit des eigenen Berufs hinwegtäuschen soll.

bis zu

Ist mir aus der Seele gesprochen.

. Die Kommentare sind am Ende des Artikels zu lesen. Scrollen!

15. Mai 2009 (Tatausgleich und Konsens e.V.)

Deutlich mehr Täter-Opfer-Ausgleich

Wir zitieren:

Mainz (dpa/lrs) - Die Zahl der außergerichtlichen Konfliktschlichtungen mit einem Täter-Opfer-Ausgleich hat in Rheinland-Pfalz deutlich zugenommen. Im vergangenen Jahr kam diese Regelung in 3844 Strafverfahren zum Einsatz. Das waren 642 Fälle mehr als im Vorjahr, wie Justizstaatssekretärin Beate Reich (SPD) am Freitag in Mainz mitteilte. In 49 Prozent der Verfahren konnten sich Opfer und Täter 2008 auf eine außergerichtliche Schlichtung verständigen. Dabei lag die Zustimmung bei den Opfern einer Straftat höher als bei den Beschuldigten: Nur 18 Prozent der Geschädigten lehnten eine Schlichtung ab.

Wiesbadener Kurier 15.05.2009

12. Mai 2009 (Tatausgleich und Konsens e.V.)

Joe Doherty - Vom Untergrundkämpfer zum Sozialarbeiter

Nachdem bereits der Justizminister von Rheinland-Pfalz, Heinz Georg Bamberger, sein Kommen bei der diesjährigen Jahreshauptversammlung von Tatausgleich und Konsens am 2.Oktober 2009 im Haus des Jugendrechts in Mainz zugesagt hatte, freuen sich die Veranstalter nun als Gastreferenten Joe Doherty, seines Zeichens ehemaliger Terrorist und heute Friedensarbeiter in Nord-Irland, präsentieren zu können. Er wird davon berichten, wie er um den richtigen Kurs gerungen und den Weg vom alten Nordirland ins neue beschritten hat. Vom Untergrundkämpfer zum Konfliktschlichter.

Gleichzeitig zum Fachtag wird mit freundlicher Unterstützung der Kreissparkasse Mainz die Ausstellung Peace Counts zu sehen sein.

22. April 2009 (Ilka Schiller)

Täter-Opfer-Ausgleich ... ein schlechter Witz?

Liest man in dem Artikel in dem Internetportal der WAZ Mediengruppe, so fragt man sich, ob man über die Täter lachen oder mit ihnen weinen soll. Und mitten drin ein Täter-Opfer-Ausgleich, den ein Anwalt mutmaßlich dazu nutzen wollte, um „bei den Richtern positiv zu punkten“.

Die Ironie, die ich zwischen den Zeilen lese, lässt für mich fast keinen anderen Schluss zu: Na Gott sei Dank, dass die Richter da nicht weich geworden sind, sondern alle Täter hinter Gitter gebracht haben!

Ich frage mich: Was soll ich als Leser dieses Artikels über Täter-Opfer-Ausgleich denken? Ganz einfach, ich würde denken, dass diese Maßnahme dazu dient, den Tätern eine Möglichkeit zu bieten, sich freizukaufen. Es würde mich ärgern und die vermeintliche Ironie, würde auch in mein Denken Einzug halten.

Aus meiner langjährigen Vermittlungsarbeit weiß ich, dass ein fachlich ausgereifter Täter-Opfer-Ausgleich den Opfern nicht im Gerichtssaal per Brief aufgezwungen wird. Er setzt eine freiwillige und in einem neutralen Rahmen geschützte Teilnahme von Täter und Opfern voraus. Das Ergebnis eines gelungenen Ausgleiches ist nicht von einem Anwalt vordiktiert, sondern das Ende eines fachlich begleiteten Aushandlungsprozesses.

Immer wieder wird diese Maßnahme im besten Falle falsch verstanden. Leider hinterlässt so etwas immer einen schlechten Eindruck in der Öffentlichkeit. Es bleibt der schale Eindruck, dass die Täter sich im Rahmen eines Ausgleiches aus der Verantwortung schleichen können und die Opfer, im Gerichtssaal überrumpelt, zu ihrem "Glück" gezwungen werden.

Doch tatsächlich soll es darum gehen, dass die Täter sich ihrer Verantwortung stellen, aus Einsicht heraus eine Wiedergutmachung leisten möchten und auf dieser Grundlage die Opfer bereit und in der Lage sind, eine Entschuldigung anzunehmen.

Eine derartige Basis schafft man nur über einen kommunikativen Prozess, wie er in der Regel zum Täter-Opfer-Ausgleich dazu gehört. Der Artikel hinterlässt zumindest den Eindruck, dass dies hier nicht geglückt ist.