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Nicaragua - Mediationszentrum in Granada ist ausgelastet
34 Grad im Schatten. Dicht gedrängt sitzen morgens um 11:00 Uhr vorwiegend ältere Menschen im Wartezimmer und fächern sich Luft zu. Mitten im Zentrum der Stadt Granada befindet sich das Centro de Mediacion.
Dass sich die Parteien schon vorher im Wartezimmer begegnen, scheint hier niemanden zu stören. Die Sekretärin Maria Auxiliadora Muñoz Peña hat ihren Schreibtisch auch im Wartezimmer und macht einen sehr souveränen und freundlichen Eindruck.
Die Direktorin der Einrichtung, Frau Maria Martha Moreira Peña, empfängt uns, obwohl wir uns nicht angemeldet hatten, und beantwortet bereitwillig unsere neugierigen Fragen. Sie berichtet, dass sie und ihre zehn Kollegen in diesem Jahr bereits in 232 Streitfällen Mediationen durchgeführt haben.
Die Direktorin ist, wie alle dort tätigen Mediatoren, von Haus aus Anwältin und hat in der Hauptstadt Managua eine Zusatzausbildung in Mediation gemacht. Auch wenn das Mediationszentrum alle Konfliktfelder bearbeitet, scheint ein eindeutiger Schwerpunkt im Bereich dessen zu liegen, was in europäischen Gefilden mit dem Begriff 'häusliche Gewalt' beschrieben wird.
Drei hauptamtliche Mitarbeiter für die Leitung, die Finanzen und das Sekreariat sowie sieben eherenamtliche Mediatoren zählen zum Team. Frau Peña klagt nicht, aber es ist zu spüren, dass es um die Finanzen nicht gut bestellt ist. Noch gibt es Geld von der USAID und der Caritas, dem Träger der Einrichtung. Doch werden die Mittel aus den USA demnächst auslaufen. Wie es dann weiter geht, liegt in den Sternen...
Die Rolle der Polizei in Nicaragua ist nicht mit der Situation in Europa vergleichbar. Die Polizisten sind in erster Linie Bewohner ihres Viertels (Barrio) und erst dann Vertreter der Staatsgewalt. Insofern kommt ihnen bei der Bereinigung von Konflikten eine bedeutende Rolle zu. Sie sind es auch, die in der Regel die streitenden Parteien ins Mediationszentrum schicken und dann im Rahmen eines weitgehenden, für Außenstehende nicht immer zu verstehenden Opportunitätsprinzips entscheiden, ob der Fall noch weiter strafrechtlich behandelt wird. Gleichwohl wollen Frau Peña und ihre Mitstreiterinnen mehr Menschen dazu bewegen, sich direkt an das Zentrum zu wenden. Ein Flyer und andere Aktionen der Öffentlichkeitsarbeit sollen dabei helfen. Das Interesse der Medien ist durchaus vorhanden.
Die Direktorin verrät uns noch, dass eine strikte Trennung zwischen der anwaltlichen Tätigkeit und dem Einsatz als Mediator besteht. Im Bereich Täter-Opfer-Ausgleich können Straftaten bis zu einer Straferwartung von vier Jahren durchgeführt werden. Darüberhinaus ist nichts mehr möglich. In Nicaragua ist das Mediationsangebot kostenlos.
Mit den besten Wünschen, dass die erfolgreiche Arbeit fortgesetzt werden kann, verabschiedeten wir uns von der Kollegin. Den Nutzen der Mediation wird wohl nirgends auf der Welt in Frage gestellt, gleichwohl scheint ihre Finanzierung überall ein Problem zu sein.
Expertenseminar zur Abschaffung der Todesstrafe in Taiwan am 6. und 7.11.2008
Das deutsche auswärtige Amt plant ein Expertenseminar zur Abschaffung der Todesstrafe in Taiwan am 6. und 7.11.2008 in Taipei. Das Seminar selbst wird von der taiwanischen Alliance to End the Death Penalty (TAEDP) durchgeführt, dabei erfolgt die deutsche Unterstützung logistisch und finanziell.
Da in Taiwan besonders die Opfer sich für eine harte Bestrafung einsetzen, sollen bei diesem Seminar auch Modelle der Konfliktschlichtung und Wiedergutmachung vorgestellt und diskutiert werden.
Mehr Informationen zur Situation in Taiwan finden Sie in der Broschüre im Anhang The Death Penalty in Taiwan:Towards Abolition?
Tage der Mediation in Burgas (Bulgarien)
Zur Zeit findet in Burgas unter großer Beachtung der Medien eine zweitägige Konferenz unter dem Titel 'Tage der Mediation' statt. Diese Tagung wird von der bulgarischen Mediatorenvereinigung und der deutschen Stiftung für internationale rechtliche Zusammenarbeit durchgeführt.
Die Mediation in Strafsachen wird dabei in einem eigenen Schwerpunkt behandelt.
In Bulgarien gibt es über 400 auf einer Liste des Justizministeriums eingetragene Mediatoren, die aus allen Berufgruppen (vorwiegend Rechtsanwälte) kommen und die eine Ausbildung von ca.60 Stunden absolviert haben.
