Weblog von Tatausgleich und Konsens e.V.

31. Mai 2010 (Tatausgleich und Konsens e.V.)

Weniger Täter-Opfer-Ausgleiche im Land Sachsen-Anhalt

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Die Mitteldeutsche Zeitung berichtet am 25.05.2010

Die Möglichkeit zum Täter-Opfer-Ausgleich ist 2009 in Sachsen-Anhalt seltener genutzt worden als zuvor. Dieser bietet die Chance, auf freiwilliger Basis einen Konflikt außergerichtlich zu lösen. «Die Tendenz ist fallend. 2009 hatten wir 1137 Fälle, in den Jahren zuvor waren es immer mehr als 1300», sagte die stellvertretende Leiterin des Projekts beim Landesverband für Straffälligen- und Bewährungshilfe (LVSB), Melanie Kaulisch, der Nachrichtenagentur dpa. Einen Grund für den Rückgang könne sie aber nicht nennen. «Seitens der Staatsanwälte haben wir ausreichend Stütze.» Die meisten Fälle würden den Schlichtern von den Staatsanwaltschaften zugewiesen.
Laut Kaulisch arbeiten rund 20 professionelle Schlichter an 14 landesweiten Projektstandorten. Ziel ist eine von beiden Seiten akzeptierte Wiedergutmachung des Schadens, der durch eine Straftat entstanden ist. «Es gibt immer wieder Fälle, die scheitern, aber wir haben eine relativ gute Quote von rund drei Viertel», sagte Kaulisch. Der Täter-Opfer-Vergleich sorgt nach verschiedenen Taten dafür, dass die Interessen der Opfer gewahrt werden und Täter eine Wiedergutmachung leisten können.
«Am häufigsten sind Körperverletzungen, Sachbeschädigungen, Diebstahl und Betrug», sagte Kaulisch. Oft entschuldigen sich die Täter bei den Opfern - 2009 war das 708 Mal der Fall. «Relativ häufig gibt es eine Schadenersatzlösung.» Ausgemacht wurden im vergangenen Jahr bei 778 geschlichteten Fällen insgesamt gut 78 400 Euro Schadenersatz und 46 500 Euro Schmerzensgeld. 37 Mal wurden entwendete Dinge zurückgegeben. Oft erbringt der Täter laut Kaulisch eine Arbeitsleistung für Dritte.
Ein Täter-Opfer-Ausgleich besteht aus mindestens drei Treffen: Erst gibt es ein Einzelgespräch mit dem Täter, dann eines mit dem Opfer, wenn beide zustimmen, treffen sie begleitet vom Schlichter aufeinander. Allerdings ist das Verfahren noch immer nicht ausreichend bekannt, beklagte Kaulisch. «Viele Leute wissen gar nicht, dass die Möglichkeit eines Täter-Opfer-Ausgleichs besteht.»

18. Mai 2010 (Tatausgleich und Konsens e.V.)

Täter-Opfer-Ausgleich anders verstanden

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Vier Jahre nach dem Release seines Debütalbums 'Schock fürs Leben', steht am 21. Mai der Release von JAW zweitem Studioalbum 'Täter-Opfer-Ausgleich' an. Laut der offiziellen Pressemitteilung handelt es sich auf dem Album um

den Versuch, erlittenen Schmerz, psychische Abgründe und erfahrene Ungerechtigkeit mit veräußerter Gegenjustiz auf einen Nullwert zu setzen und einer psychologisch unweigerlich gekoppelten Wut Raum zu verschaffen.

17. Mai 2010 (Tatausgleich und Konsens e.V.)

Gefängnisseelsorger für Täter-Opfer-Ausgleich und Restorative Justice

Vom 26.-30.04.2010 hat die Bundeskonferenz der evangelischen Gefängnisseelsorger stattgefunden.

Zu den künftigen Schwerpunkten gehöre die Entwicklung von Alternativen zum Strafvollzug, beispielsweise ein Täter-Opfer-Ausgleich.

hieß es in einer Erklärung des evangelischen Pressedienstes.

In den Leitlinien für die Evangelische Gefängnisseelsorge in Deutschland wird auf Seite 30 der Täter-Opfer-Ausgleich explizit als Ziel formuliert. Im Kapitel 5 "Herausforderungen an die Praxis" wird die Sinnhaftigkeit von Mediation und Restorative Justice hervorgehoben.

06. April 2010 (Tatausgleich und Konsens e.V.)

13. TOA-Forum in Potsdam - Fachkongress für Täter-Opfer-Ausgleich

Unter dem Motto "TOA Version 2010 - benutzerfreundlich, justizkompatibel, stabil" findet vom 9. bis 11. Juni 2010 in Potsdam im Brandenburgsaal der Staatskanzlei (siehe Bild nebenan) das 13. Forum für Täter-Opfer-Ausgleich statt.

Wer ist angesprochen und worum geht es?

Das Forum für Täter-Opfer-Ausgleich richtet sich an Praktiker aus dem Bereich Täter-Opfer-Ausgleich sowie an Beschäftigte in der Opfer- und Täterhilfe.
Staatsanwälte, Richter, Rechtsanwälte und Polizisten sind ebenso angesprochen wie Lehrer, Priester, Mediatoren und all diejenigen, die sich für die Grundgedanken von Restorative Justice interessieren bzw. damit schon vertraut und verbunden sind.

Alle zwei Jahre bietet das Forum für Täter-Opfer-Ausgleich Informationen, Austausch, Orientierung, Blicke über den Tellerrand - und ist damit die aktuelle Informationsdrehscheibe für Fragen rund um die Themenbereiche ausgleichende Gerechtigkeit und Täter-Opfer-Ausgleich.

Veranstaltet wird das Forum vom Servicebüro für Täter-Opfer-Ausgleich und Konfliktschlichtung in Köln.

Programm und Anmeldeformular

17. Mai 2010 (Tatausgleich und Konsens e.V.)

Stellenangebot TOA-Servicebüro

Der DBH-Fachverband sucht für sein Servicebüro für Täter-Opfer-Ausgleich und Konfliktschlichtung in Köln eine(n) neue(n) Mitarbeiter(in). Die Halbtagesstelle soll ab dem 1.Juli 2010 besetzt werden.

16. November 2009 (Tatausgleich und Konsens e.V.)

Auge um Auge, Zahn um Zahn - kein Freifahrschein für Racheengel

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Wer kennt ihn nicht, diesen Satz: Auge um Auge, Zahn um Zahn. Und die meisten Denken dabei an die Rechtfertigung von Rache und Gewalt. Dabei verhält es sich genau umgekehrt.

Nicht die willkürliche, unbegrenzte Rache, sondern das Gebot einer Verhältnismäßigkeit der Reaktion ist Essenz dieser Aussage.

Wikipedia meint dazu:

Übersetzt als Auge um Auge, oft zusammen mit Zahn um Zahn, wird das Teilzitat meist als Anweisung an das Opfer oder seine Vertreter aufgefasst, dem Täter Gleiches mit Gleichem „heimzuzahlen“ bzw. sein Vergehen zu sühnen („wie du mir, so ich dir“). Jedoch widerspricht der biblische Kontext dieser Auslegung.

Nach überwiegender rabbinischer und historisch-kritischer Auffassung verlangte die sogenannte Talionsformel (von lateinisch talio: Vergeltung) einen angemessenen Schadensersatz in allen Fällen von Körperverletzung vom Täter, um die im Alten Orient verbreitete Blutrache einzudämmen und durch eine Verhältnismäßigkeit von Vergehen und Strafe abzulösen.

Die Kornwestheimer Zeitung vom 6.11.2009 stellt einen Bezug zum Täter-Opfer-Ausgleich her. Wie man ergänzend auf der Website der Heidelberger Universität nachlesen kann, sind auch renommierte Zeitschriften nicht dagegen gefeit, diesen Irrtum weiter zu verbreiten.

06. Oktober 2009 (Tatausgleich und Konsens e.V.)

Fachtag spannt Bogen von der Friedensarbeit in Nordirland zum Täter-Opfer-Ausgleich

Joe Doherty (rechts im Bild zu sehen) ist eine authentische Persönlichkeit. Sein Vortrag über die Situation in Nordirland und der Bericht über seinen ganz persönlichen Weg vom IRA-Kämpfer, der 23 Jahre im Gefängnis saß, zum Friedensmacher und Jugendsozialarbeiter, ließ seine Zuhörerschaft beeindruckt zurück. Frieden sei selten der einfachere Weg, gleichwohl gibt es dazu keine Alternative, so das Credo des Mannes von der grünen Insel.

Als Männer der klaren Worte sind Bundesanwalt Dr. Wolfram Schädler (pro) und MdB Siegfried Kauder (kontra) im Programm des Fachtages zum Thema 'TOA bei schweren Straftaten' angekündigt worden. Da wurde nicht zu viel versprochen. Das Streitgespräch entpuppte sich als lebendige Diskussion auf hohem Niveau. Die unterschiedlichen Positionen wurden deutlich herausgearbeitet. Beide Seiten zeigten sich jedoch nach eigenen Angaben nicht "beratungsresistent". Man hat zur Fortsetzung des Dialogs ein ausführliches Gespräch vereinbart.

Für alle, die nicht dabei waren, besteht die berechtigte Hoffnung, die aufgezeichneten Vorträge und das Streitgespräch auf diesem Weblog demnächst anschauen zu können

Dank der Unterstützung durch die Sparkasse Mainz konnte in der Woche, in der die Veranstaltung stattfand, die Ausstellung Peace Counts gezeigt werden. Neben dem Engagement von Joe Doherty waren dort die Initiativen von weiteren 23 Friedensaktivisten auf der ganzen Welt zu sehen.

Pressestimmen:
Mainzer Allgemeine Zeitung
Ad Hoc News

23. Juli 2009 (Tatausgleich und Konsens e.V.)

Rechtsanwälte entdecken Täter-Opfer-Ausgleich

Man würde es unter der Rubrik nicht erwarten. Aber der Rechtstipp unter www.Anwalt.de empfiehlt den Täter-Opfer-Ausgleich als Strategie zur Vermeidung des Entzugs eines Jagdscheins nach einer Straftat.

Vor einer strafrechtlichen Verurteilung müssen deshalb geeignete Maßnahmen ergriffen werden, um eine Einstellung des Verfahrens zu erreichen oder eine Verurteilung zu weniger als 60 Tagessätzen. In Betracht kommt vor allem ein Verfahren zum Täter-Opfer-Ausgleich. Ein solches Verfahren wird mit Hilfe moderner Methoden der Konfliktlösung, wie der Mediation, durchgeführt. Das Strafverfahren selbst kann für die Dauer eines solchen Verfahrens ausgesetzt werden. Wenn ein Ausgleich zwischen Täter und Opfer erreicht wird, bleibt nur der Strafanspruch des Staates, um allgemein abzuschrecken vor der Begehung weiterer Straftaten

Es nicht zu kritisieren, wenn Anwälte den TOA zunehmend entdecken und ihn ihren Mandanten als eine Strategie zur Einstellung und Strafmilderung empfehlen. Man sollte da nicht zu moralisch herangehen und nicht überprüfbare Kriterien, wie Reue und dergleichen ins Feld führen. Es ist legitim, sich die besten Voraussetzungen für eine milde Verurteilung im Strafverfahren zu verschaffen. Diese Motivation schließt eine befriedigende Konfliktschlichtung und eine angemessene Wiedergutmachung ja nicht aus. Mehr denn je ist aber darauf zu achten, dass die Geschädigten in dieser Situation eine angemessene Frist zur Information und zur Entscheidung zugebilligt bekommen und eine neutrale Person den Täter-Opfer-Ausgleich durchführt.

08. Juni 2009 (Tatausgleich und Konsens e.V.)

Theaterstück zum Täter-Opfer-Ausgleich

Bei einem Wettbewerb des Landes Thüringen unter dem Titel "Alles was Recht ist..." ging der zweite Preis an die Klasse 10 I des Stadtrodaer Pestalozzi-Gymnasiums. Dieses mal sollten sich die Schüler mit der Thematik 'Wegsperren - ....oder - Jugendgewalt, wie reagieren?' auseinandersetzen.

Der Preis ging an die Klasse für ein Theaterstück mit dem Titel "Klara-Sophie Farenberg, oder die etwas andere Strafe". Anhand dieses Stücks wird ein Täter-Opfer-Ausgleich für Jugendliche vorgestellt.

Man kann nur hoffen, dass Justizministerin Marion Walsmann, welche die Ehrung vorgenommen hat, das Stück selbst gesehen und somit den Nutzen des TOA gegenüber herkömmlichen Sanktionen nachvollziehen konnte.

Eine gezielte Förderung des TOA wäre in Thüringen nämlich längst überfällig.

15. Mai 2009 (Tatausgleich und Konsens e.V.)

Reaktionen und Meinungen auf Bericht zum Täter-Opfer-Ausgleich

Der Bericht im WAZ-Medienportal liefert eine interessante Fallschilderung eines Täter-Opfer-Ausgleichs. Selten hat aber ein Artikel so viele Reaktionen ausgelöst. Die zahlreichen Kommentare reichen von

Das ist wieder so ein Psychologenquatsch, der über die Überflüssigkeit des eigenen Berufs hinwegtäuschen soll.

bis zu

Ist mir aus der Seele gesprochen.

. Die Kommentare sind am Ende des Artikels zu lesen. Scrollen!